Coworking, was ist das eigentlich?

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Seitdem wir mit unserem Projekt im Netz sind, haben wir immer vorausgesetzt, dass jeder weiß, was das schöne Buzz-Wort Coworking bedeutet. Deshalb ist es vielleicht mal an der Zeit, den Begriff zu definieren und zu verdeutlichen, welche Schwerpunkte wir uns gesetzt haben.

Wikipedia beschreibt Coworking so:

“Coworking is the social gathering of a group of people, who are still working independently, but who share values, and who are interested in the synergy that can happen from working with talented people in the same space.”

Entstehung

Entstanden ist die Bewegung des Coworking zunächst in den USA. Freiberufler in “digitalen” Berufen, etwa Designer, Blogger, Programmierer, gingen zunehmend außerhalb von Büros ihrer Arbeit nach, setzten sich stattdessen ob der technischen Freiheit durch Laptop und Mobiltelefon in Cafés oder das eigene Wohnzimmer.

In San Francisco wurde 2005 aus dieser Entwicklung heraus die Hat Factory gegründet, der vermeintlich erste Coworking Space seiner Art.  Die Macher setzten auf Offenheit und Synergien, die zwischen den “Coworkern” entstehen. Jeder Teilnehmer genießt weiterhin die Vorteile der beruflichen Unabhängigkeit – jedoch nicht mehr einsam und weniger anonym.

Die Entwicklung setzte sich weltweit fort, in Deutschland entstand 2009 in Berlin das Betahaus und diverse kleinere Coworking Spaces in verschiedenen Städten.

Wo setzen wir unsere Schwerpunkte?

  • Offenheit. Wir verstehen Coworking als ein offenes Prinzip. Bei uns sind nicht nur Designer und Internet-Nomaden gerne gesehen, sondern Freiberufler aus allen Bereichen. Wir glauben, dass Vielfalt inspiriert, Synergien fördert und damit allen Nutzern Vorteile bringt.  Die Offenheit beziehen wir außerdem auch auf das Projekt an sich. Wir wünschen uns, dass die Nutzer uns Ideen, Feedback und Inspiration geben und wir das Werkheim gemeinsam nach vorne bringen.  Die räumliche Offenheit spielt für uns eine entscheidende Rolle: 100 Arbeitsplätze auf kleine Büros zu verteilen, entspräche nicht unserem Verständnis von Coworking. Deshalb gibt es bei uns nur wenige gänzlich abgeschlossene Bereiche. Die meisten Arbeitsplätze befinden sich auf offenen Flächen.
  • Kollaboration. Freiberufler leben von Kontakten und einem guten Netzwerk. Wenn sich viele an einem Ort versammeln, können interessante Dinge entstehen. Sei es ein gemeinsames Projekt oder einfach nur gegenseitige Hilfe. Wir möchten solche Kollaborationen fördern, aber nicht fordern. Wer lieber für sich arbeitet, wird dabei nicht gestört.  Wenn neue Dinge entstehen, freuen wir uns und stellen gerne bei Bedarf Flächen für Ausstellungen oder Events zur Verfügung, wenn wir glauben, dass ein Großteil der Nutzer davon profitiert.
  • Flexibilität. Das Prinzip Coworking funktioniert unserer Ansicht nach bei vielen Nutzern nach dem Leitsatz “Heute hier, morgen da.” Viele Freiberufler gehen dorthin, wo der nächste Auftrag wartet. Umso besser, wenn ein Coworking Space in der Nähe ist. Die Flexibilität liegt also bereits im Angebot: Tische auf Tagesbasis, keine zwingenden Monatsbeiträge.  Natürlich gibt es bei uns auch Monatstickets, dennoch wollen wir ein Gleichgewicht schaffen, wir werden also immer ausreichend viele Tages-Tische bereithalten. Auch darüber hinaus sind wir flexibel: Wir können innerhalb kurzer Zeit ein Event ausrichten, die Tischordnung verändern oder eine neue Teesorte anbieten.

Soviel zu unserem Verständnis des Coworking-Gedanken. Jeder Coworking Space findet seine eigene Dynamik, die schließlich geprägt ist durch die Leute, die es nutzen. Wir sind sehr gespannt, wie sich das Werkheim entwickelt und freuen uns auf unsere ersten Gäste!

5 Antworten zu “Coworking, was ist das eigentlich?”

  1. SEO Blog 13. Mai, 2010 um 23:07 #

    Wirklich toll recherchiert – Kompliment!

  2. Sören 28. Mai, 2010 um 09:57 #

    Hört sich toll an. Der Eröffnungsabend war spitze gestern! Die Räumlichkeiten sind echt klasse und ich könnte mir vorstellen die Arbeitsatmosphäre wird es ebenfalls.

    Läuft das Projekt irgendwie mit der Fh Mainz in Kooperation?
    Wegen dem Logo.

  3. Anne Abert 28. Mai, 2010 um 10:54 #

    Hallo Sören, danke für deinen Kommentar. Das Projekt hat nichts mit der FH zu tun. Das Logo haben wir aus Teilflächen des Grundrisses vom Werkheim abgeleitet. Eventuelle Ähnlichkeiten sind also zufällig. Der Gedanke war, einen Teil der Grundfläche des Werkheims im Logo zu neuen Räumen und Flächen zu kombinieren um die Flexibilität der Grundidee zu verdeutlichen.

  4. Chillout 31. Mai, 2010 um 10:14 #

    Ich überlege gerade noch wie ich mich als freischaffender Musiker und Musikproduzent einbringen kann. Immerhin bieten mir moderne Rechner selbst räumlich unabhängiges Arbeiten in diesem Bereich – zumindest teilweise.
    Gibt es bei Euch schon Kollegen aus dem Musikbereich im weitesten Sinne?

  5. Philipp Vaerst 31. Mai, 2010 um 10:57 #

    Hi Chillout,

    wir haben bereits sehr interessierte Anfragen aus dem Musikbereich bekommen. Da heute unser erster Tag ist, können wir jedoch noch nicht sagen, ob und wann die Interessenten ihren Arbeitsplatz zu uns verlegen.

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